Elisabethkrankenhaus Mayen von massiven Eingriffen bedroht
Landkreis Mayen-Koblenz. Knapp einen Monat nach dem Wahlsonntag zeigt ein Bericht der Rhein-Zeitung am 04. Juli die drastische Wahrheit über die Gefährdung
des Mayener Krankenhauses durch das von einer Unternehmensberatung Berger erstellte Sanierungskonzept: Nicht nur die Zukunft der Gynäkologie, der Geburtshilfe und
der kinderärztlichen Versorgung ist ungeklärt, vielmehr schlägt das Gutachten weitere drastische Einschnitte vor. So droht laut der Rhein-Zeitung die Schließung
einzelner Teile der Inneren Medizin, konkret der Gastroenterologie und der Viszeralchirurgie (Chirurgie des Bauchraumes). Die fatalen Folgen: Die Diagnostik und
die Behandlung von Krankheiten des Bauchraumes könnte im Krankenhaus Mayen nicht mehr stattfinden. Rettungsfahrzeuge können Patienten mit akuten Beschwerden im
Bauchraum - das ist einer der häufigen Gründe für Notfalleinsätze - nicht mehr anfahren, weil das Krankenhaus Mayen für diese Notfallpatienten kein "Geeignetes
Krankenhaus" im Sinne des § 2 Abs 2 des Rettungsdienstgesetzes für Rheinland-Pfalz mehr darstellt. Hinzu kommt: Die ambulante und stationäre Behandlung
von Erkrankungen
des Bauchraumes gehört aber nicht nur zur medizinischen Regelversorgung, sondern wegen ihrer Häufigkeit sogar zur notwendigen Grundversorgung! Ein Krankenhaus,
in dem eine Behandlung dieser Erkrankungen überhaupt nicht mehr stattfindet, kann demzufolge noch nicht einmal eine Grundversorgung sicherstellen. Trotzdem scheut
sich ein Kommunalpolitiker nicht, in der RZ zu behaupten, die Versorgung durch das Mayener Krankenhaus bliebe gut. Und das angeblich noch, wenn das
Elisabethkrankenhaus in Mayen nicht einmal mehr die Bedingungen für ein Krankenhaus der Regelversorgung gemäß Landeskrankenhausplan erfüllt!
Generell zeigt das Schönreden der kommenden Katastrophe für die ambulante und stationäre Klinikversorgung in Mayen und die Eifelregion durch diverse Kreispolitiker
in der RZ, dass sie alle um die geplanten Einschnitte wussten, aber im Wahlkampf dies nicht zugeben wollten! Alle Aussagen belegen zudem, dass fast alle
Parteien im Kreistag über die betriebswirtschaftliche Sicht des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein und damit auch des Standortes Mayen die Nöte der ländlichen
und zunehmend älteren Bevölkerung bewusst vergessen bzw. ignorieren. Da wird tatsächlich in einem der reichsten Industrieländer der Welt die Finanzlage von Land
und Bund beklagt, euphemistisch verschleiernde "Gegenangebote" zur Standortsicherung in Mayen ins Spiel gebracht und mit klarem und unverstelltem Blick
nachhaltige und verlässliche Entscheidungen angekündigt, die aber so nebenbei für Patienten weitere Wege bedeuten könnten.
Für die Freien Wähler Mayen (FWM) und die Freien Wähler Mayen-Mittelrhein-Mosel (FWM3) sind solche Äußerungen gleichzeitig ein Offenbarungseid für ein
Totalversagen in der Kreispolitik sowie für die gescheiterte Gesundheitspolitik der Ampelregierungen in Mainz und Berlin, die allerdings ähnlich von der
CDU vertreten wird. Denn für diese Parteien kommt die Wirtschaftlichkeit generell vor dem Patientenwohl! Und: Den immer älter werdenden Menschen der Region
kann man mit dem Fortschreiten der Krise des Gesundheitswesens eine schleichende Versorgungsverschlechterung ruhig zumuten. Gemeinwohl und Menschenwürde
werden so mit Füßen getreten! Klar ist für die Freien Wähler in Mayen und im Kreis, mit den Fakten des RZ-Berichtes hat für das Elisabethkrankenhaus in
Mayen die heiße Phase des "kalten Krankenhaussterbens" begonnen.
Foto FWM3: Die ersten Äußerungen zum GKM (Wirtschaftlichkeit vor Patientenwohl) von Kreispolitikern nach der Kommunalwahl sind ein Offenbarungseid für ein
Totalversagen in der Kreispolitik.