Betriebsbesichtigung der Caritas- Werkstätte in Mayen Die Freien Wähler Mayen informierten sich ausgiebig vor Ort. Mayen. Die FWM besuchten die Caritaswerkstätten in Mayen. Sie wurden dort von dem Werkstattleiter, Herrn Rein, und Frau Krämer, verantwortlich für die soziale Betreuung der behinderten Beschäftigten, begrüßt. Beide stellten zunächst die Werkstatt für Behinderte (WfB) gemäß ihrer Konzeption und Organisationsstruktur in Kurzreferaten vor. Ziel der Behinderteneinrichtung sei es, Mehrfachbehinderte, Geistig-Behinderte, aber auch Personen mit Lernschwächen und psychischen Auffälligkeiten für die Arbeits- und Wirtschaftswelt vorzubereiten und respektive zu qualifizieren. Neuerdings würden in letzter Zeit auch immer mehr Unfallgeschädigte in die Werkstatt aufgenommen.
Die berufliche Förderung der Behinderten umfasst nach einem individuellen Förderplan zwei Jahre und teilt sich in einen Grundkurs und einem Aufbaukurs ein. Sie führt danach zu einem Berufszertifikat mit Hinweisen auf Fähigkeiten und Kenntnissen des Ausgebildeten. Ziel der Behindertenwerkstatt ist somit in erster Linie Rehabilitation, Selbstbestimmung und berufliche Qualifizierung. Diese Qualifizierung soll möglichst arbeits- und marktgerecht sein und findet nicht ohne einen produktionellen sowie handwerklichen Hintergrund statt.
Ein weiteres Ziel der WfB ist es, der freien Wirtschaft ein preiswertes, attraktives, zeitnahes Produktions- und Dienstleistungsangebot zu unterbreiten. So werden in der WfB sogar Gewinne erwirtschaftet, die zu 70 % den Werkstattbeschäftigten zugute kommen. 30% des Gewinns werden wieder in die WfB investiert. Die Caritas-Werkstätten haben zwei Standbeine: erstens als Pflegeinrichtung, zweitens als Produktionsstätte. Bei einem Rundgang der Besuchergruppe der FWM konnten dann alle Produktionseinrichtungen und Werkstätten besichtigt werden. Es betraf dies die Schlosserei, eine kleine Druckerei einschließlich Versand, die Schreinerei und Gärtnerei.
Die Veranstaltungsteilnehmer waren sehr überrascht über den relativ hohen Qualitätsstand der von den Behinderten erledigten Arbeiten und Produktionsergebnissen, die auch von den freien Wirtschaftspartnern sehr geschätzt werden. Eine bedeutende Zahl an Wirtschaftsunternehmen nutzen auf diese Weise die Produktionshilfen der Caritas-Werkstätten und erteilt laufend Arbeitsaufträge. Einem kleinen Teil der beschäftigten Behinderten gelingt es sogar, sich für einen Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft zu qualifizieren und dort auf Dauer als Arbeitskraft übernommen zu werden. Hierfür steht sogar eine Integrationsassistentin zur Verfügung. Zur Zeit werden bei der Caritas-Werkstätten in Mayen 220 Behinderte beschäftigt, zudem kommen noch 54 nicht behinderte Arbeitsplätze.
Bis 2015 wird mit einem steigenden Bedarf an Behindertenplätzen gerechnet. Jeder beh. Werkstattbeschäftigte ist renten- und krankenversichert. Die Beiträge werden nach einem fiktiven Gehalt berechnet. Nach mindestens 20-jähriger Angehörigkeit in der WfB besteht für die Behinderten ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Jeder Schwerbehinderte hat zudem 35 Tage Urlaubsanspruch im Jahr. In neun verschiedenen Bustouren werden täglich die Behinderten zur WfB abgeholt und wieder nach Haus gebracht. Die FWM waren am Ende der Besichtigung sehr beeindruckt von der harmonischen Atmosphäre in der Behindertenwerkstatt, sowie vom herzlichem Verhalten der Behinderten untereinander. Außerdem wurde jedem Teilnehmer klar, wie wichtig eine solche Einrichtung für unsere Gesellschaft und welchen Stellenwert einer Behindertenbeschäftigung beizumessen ist. Pressemitteilung Freie Wähler Mayen |